Scaleauto Finale 2019 – ein herausragender Abend, wie es ihn schon lange nicht mehr mit einer derartigen Spannung gegeben hat. BERNIE fehlte, da hat er was verpasst!

20191007 221819 300x146 - Schweiß, Blut und Tränen – Scalelauto Finale 2019Guten Abend zusammen.
Es ist gerade noch Mittwoch, Tag zwei nach benanntem Rennen und ich resümiere ein paar Dinge vor mich hin, obwohl mir gar nicht danach ist. Trotzdem ist es doch wichtig, dass man seinen inneren Schweinehund überwindet, um zu diesem spannenden Abend ein paar Zeilen zusammenzuschreiben!

Warum?
Weil es zu allererst einmal festzuhalten gilt, dass unser letzter Zugang seinen Einstieg ins Hobby mit einem Seriensieger unterstrich. Gemeint ist PETER – Pete, the one and only, der im zarten Alter von 60 Lenzen das erste Mal einen Drücker in die Hand bekam und sofort Feuer und Flamme für das Thema Slotracing war.
„Was meine Augen sehen, können meine Hände.“ Ein Zitat aus Peters Mund, welches er mit dem Sieg der Rennserie unterstrich. Auch wenn er selbst unseren Wanderpokal als „Loser-Trophae“ bezeichnet, weil er der Meinung ist, dass er kaum Gegner gehabt hatte, bleibt doch einerseits festzuhalten, dass da noch weitere Namen draufstehen, die zu seiner benannten Kategorie keinesfalls gehören und andererseits man zudem wertschätzen sollte, dass er trotz aller Einstiegsprobleme, die wohl jeder hatte, immerhin an vier von fünf Rennen teilgenommen und damit seine Punkteführung ausgebaut hatte. Dieses ist schon allein gesehen eine Trophäe wert!

Vier von fünf aber auch nur, weil PETER im letzten Lauf erstmalig sich mit einem Pro-Auto in Form eines Porsche 991 versuchte. Er war es Leid, in seiner Klasse „allein“ im Kreis zu fahren und stellte sich diesen Abend erstmalig der Aufgabe eines Pro-Autos.

Womit wir schon mitten im Scaleauto Finale 2019 wären:

12 Fahrer fanden sich am vergangenen Montag ein – leider wieder ohne BERNIE, der damit einen 2. Streicher kassierte und so gar keinen Einfluss mehr auf den Ausgang des Serienergebnisses haben konnte.
Eine Situation, die MAXX gar nicht schätzte, denn BERNIE ist wohl jemand, der die wenigsten Fehlzeiten auf dem Zettel hat und daher natürlich auch zu einer Art Faktotum im positiven Sinne in der Nordhessischen Slotgemeinschaft mutiert ist. Slotracing ohne BERNIE? Das gibt’s doch gar nicht!?

Obenauf ist er heißer Anwärter des Seriensiegers gewesen, nimmt damit MAXX den Wind aus den Segeln, weil ihm jetzt ein hinterer Platz zum Gewinn der Serie reicht.

Somit war für MAXX klar, dass er sich nix schenken lässt. Wenn schon, dann mit aller Macht das beste Ergebnis, was mit einem 991 möglich sein kann…erwartungsgemäß würde das aber nicht ganz vorne sein, denn der „doofe Glaser“ kam mit einem 997 ebenfalls an den Start…aber wer ihn kennt, der weiß: irgendwas is immer, find‘ dich damit ab!“ =) dazu später mehr.

Die Dahlheimer Truppe trat mit vier Piloten und Pilotinnen an. WERNER und ALEX brachten ihre Zöglinge FELIX und FABIENNE mit. Fräulein Fabienne war bereits beim vergangenen Lauf mit der Gruppe C am Start, somit waren erlernte Streckenkenntnisse nicht völlig vergessen. Bei FELIX sah es da schon ganz anders aus. Der letzte Einsatz war mehr, als 12 Monate her und obenauf wurde ein BMW M3 für den Anlernkurs eingesetzt, der allerdings für halbwegs geschwinde Zeiten präzise gesteuert werden musste. Die Vorgabe sah nach einigen Testrunden nicht besonders erfolgsversprechend aus, daher rollte ALEX aus seinem Fuhrpark eine Viper, mit der er deutlich zügiger vonstatten gehen sollte.

Auch FABIENNE setze eine giftige Schlange aus dem Hause Dodge ein, kam ebenfalls sehr gut mit ihr zurecht, sie fuhr im Quali auf einen sehr guten 7. Platz und fand sich im Rennen somit in der mittleren Gruppe mit REINZ, WERNER und STIWI wieder.

REINZ fuhr übrigens bis auf die 1/1000tel Sekunde exakt die gleiche Qualizeit, wie STOCKI. Letzterer jedoch hatte eine bessere 2. Zeit und wurde dadurch in die Top-Gruppe geschoben – das hatten wir so auch noch nicht.

Der grüne Tisch – Pool Billard für die erste Gruppe?

ALEX war dieses Mal in der Anstoß-Gruppe zu finden. Er verzichtete auf den Einsatz einer Viper und quälte sich mit einem neuen 991, der obenauf alle Teile des Serienmodells aufwies. Kein Lexan bedeutet dann fast 11 Gramm schwerer, als der Rest der Pro-Boliden – Damit marschiert man eben nicht ganz nach vorne, aber das ließ für MARCOWITSCH die Chance steigen, den Titel des Vize(fatze) einzufahren. =)

In der Gruppe mit FELIX, CHRIZ und PETER hatte ALEX es natürlich leicht, sich von seinen Kontrahenten abzusetzen und in Führung zu gehen. Auch gab es relativ wenig Chaos-Zeiten, die immer dafür verantwortlich sind, eine hohe Rundenweite zu erreichen – also nix mit „Anstoß-Gruppe!“ Mehr als Platz 8 war für ihn aber nicht drin, dazu waren die Rundenumläufe nicht hurtig genug.

CHRIZ, der sich mit seinem von MAXX revisionierten SLS erneut ins Feld stürzte, konnte trotz aller Anstrengungen seitens des Mechanikers das Biest nicht auf pfeilschnelle Runden schicken. Mit einer Hecklastigkeit eines Tatra-Sattelzugs zog CHRIZ seine Kreise. Mehr als eine 5.6er Zeit war für Mann und Maschine nicht drin, das ist für ein Pro-Auto einfach zu viel.

Auch PETER kämpfte in seinem ersten Rennen mit dem Pro 991 um Zeiten unterhalb von 5,6 Sekunden, was zur Folge hatte, dass die beiden Rookies sich die hintere Sitzbank im Bus teilten. Das ist wie eine harte Scheibe Käse aufm Brot. Beide sind ehemaliger oder amtierende Basic-Meister und dann schmeckts natürlich muffig im Abgang…aber so isses eben beim Aufstieg in die höhere Liga: man bekommt erstmal auffe Fresse, bevor man selber austeilen kann…das wird noch!

Auf der Suche nach dem verlorenen Grip

STIWI avanciert erneut zum „Man without Hat Grip“ ( *sing* we need Grip, if you want to leave your friends behind). Keine Ahnung, wo das Problem liegt, aber irgendwie ist sein Setup nicht dafür ausgelegt, wenn die Piste wenig Grip aufweist. So konnte er sich gerade noch mit QP8 in die mittlere Gruppe retten.
Im Rennen blitze er dann allerdings wieder kurz auf. Eine 5,28 zeigte das Zeitentabelau, da müsste noch was gehen. Doch mit REINZ, WERNER und FAB gab es im Verhältnis zu den anderen beiden Gruppen mehr Chaoszeiten und damit war klar, dass es keine übermäßig große Rundenweite bei allen Teilnehmern werden konnte.

REINZens Zeiten mit einigen niedrigen 5,3er Umläufen sahen im Grunde auch nicht schlecht aus, jedoch versaute er es auf Spur 1: nur 40 Runden sind dem Abflug in der Engstelle gleich zu Beginn und dem Chaos geschuldet. Da nützen dann auch keine schnelleren Umläufe mehr, wenn nur vier Minuten zur „Egalisierung“ zur Verfügung stehen.

Alles nichts, oder?

In der Top-Gruppe mit MARCOWITSCH, JÜRGEN, MAXX und STOCKI ging es dann richtig zur Sache.
MAXX wollte alles geben, damit der Seriensieg nicht wie ein Geschenk BERNIE’s aussah. Wenn es also einen Funken Hoffnung zu einem Sieg im Finale gibt, setzte er all in – sollte eine halbwegs gerechtfertigte Belohnung für den Seriensieg sein, wenn schon das Faktotum seinen Dienst verweigerte. =)

MAXX setzte sich gleich am Start auf Spur 3. Fahrend an die Spitze und dominierte mehr oder weniger das gesamte Rennen…falscher Begriff: mit unterlegenem Auto „kontrollierte“ er es mehr und strategesierte (oh? Ein neues „Mein Wort“ ?) eher so, wie es ALEX obliegt.
Denn aufgrund der unterschiedlichen Gripverhältnisse und der Performantizität (da ist es…mein Wort!) der verschiedenen Spuren schrumpfte der Vorsprung kontinuierlich, je mehr er in die Nähe der Spur 1 kam.

Der vorletzte Lauf sollte dann das Zünglein an der Waage sein. Jürgen auf Spur 3 fahrend rollte mit großen Schritten an MAXX auf Spur 2 heran. Jetzt hieß es für den Führenden, alles heraus pressen, um genug Vorsprung für den letzten Stint auf Spur 1 halten zu können. Spur 1 ist langsam, gegenhalten quasi unmöglich…also alles auf die 2!

Nach einer gefühlten Ewigkeit mit JÜRGEN im Getriebe gab dieser zum Ende des vorletzten Stints schließlich auf und ließ MARCOWITSCH auf Spur 4 sein Glück versuchen, MAXX zu knacken. Der hielt mittlerweile nämlich beide auf, weil seinem 991 das entscheidende Zehntel fehlte.

MARCOWITSCH machte ebenfalls Druck, sein 997 mit ihm am Drücker fuhr die Tagesbestzeit auf Spur 3 mit einer 5,145, da geht vielleicht endich mal was? doch Glück und Ausdauer hielten zu kurz: im letzten Stint auf Spur 2 kassierte er in der 11. Runde in der Engstelle eine 12er zeit – Peng, das war es. JÜRGEN machte es ihm nach. Mit dem Messer zwischen den Zähnen lässt sich schlecht lasziv Kaugummi kauen. Das tut weh und macht „Klatsch“ in der Engstelle. Mit 10 Sekunden mehr in den letzten 30 Sekunden des Rennens gewinnt man trotz aller Anstrengung nur die Ehrenurkunde auf der Damentoilette und die gibt’s für den 2. Platz…Irgendwas is‘ immer, find‘ dich damit ab! =)

MAXX fährt gerne unter Druck, eigentlich noch lieber als „Drücker“. STOCKI, der auch in der Top-Gruppe fuhr, hielt sich lieber raus aus dem Gerangel. Den Anschluss konnte er nicht halten, er ließ lieber abreißen, als im Wege zu stehen. Auffe Fresse hat er nicht gewollt und hätte er natürlich auch nicht bekommen, denn Ra-Dau-Racing ist jemand annersters. =)
So war für ihn nicht mehr, als P4 drin. Schade das!

MAXX machte aufgrund der „Dringlichkeit“ keinen Fehler, jedoch wurde er im Rennverlauf zweimal unverschuldet abgeräumt. Doch diese beiden „Outlanes“ sollten an diesem Abend die geringste Fehlerquote darstellen und somit rettete er sich mit knappen Vorsprung über die Ziellinie als Vorderster – Game-set and match.

Schön wars mit euch und nicht nur, weil PETER den Wanderpokal abgegriffen hat! :o)

Ergebnisse findet ihr hier: Finale Scaleauto 2019

MAXX