Warum eine Viper nicht automatisch schnell sein muss und warum weniger manchmal einfach nur weniger ist – Geschichten aus der Gruft oder Zeit für eine Veränderung.

20190501 150357 300x146 - Zeit der Veränderung? Scaleauto Lauf 3Moin zusammen.
Der vergangene Rennabend war (zumindest für mich) wieder mal ein spannendes Rennen, bei dem ich einiges an Schweiß und Blut opfern musste, um mich gegen die Masse an schnellen Fahrern durchzusetzen.
Gelungen ist mir diese nur mäßig, denn somit fand ich mich mit meinem (mit Abstand schönsten) 991 nur im Mittelfeld wieder. ;o)
Aber von vorn:
Die Bahn war bedingt durch mein Desinteresse und dem Rückschlag im OPH lange nicht mehr in Betrieb. Das letzte Mal halbherzig am 25. März, da an diesem Abend andere Spielzeuge zur Verfügung standen.
Erstaunlich für mich war, wie stark das Grippniveau in dieser Zeit nachgelassen hatte! Ursachen können hier im Grunde nur durch massiven Pollenflug in Verbindung mit einer offenen Kellertür gesucht werden, denn anders kann ich mir diesen Grippverlust nicht erklären.

Freifahren nutze NULL, die Rundenzeiten lagen im hohen 9er Bereich, quasi unfahrbar! Also musste die Bahn kurz vor Rennbeginn mit Glue erstmalig nachbehandelt werden – ich kann mich nicht erinnern, dass wir diese Prozedur seit Einsatz von Moosgummi jemals machen mussten…?
Da auch die Spritze und eine fertig angesetzte Mischung irgendwo im schwarzen Loch des OPH verloren ist, muuste etwas improvisiert werden. Das Ergebnis war aber kaum vom gewohnten Gripp zu unterscheiden, auch wenn die Mischungsverhältnisse von Glue und Waschbenzin von der „traditionellen Mischung“ abwichen.

Gemerkt hatte es zumindest niemand, es gab keine nennenswerten Probleme, die vom üblichen Genörgel über zu wenig, zu viel oder zu „anders“ bzgl. Gripp abwichen.

Trotz der ursprünglich 12 Starter gingen nur 11 Piloten an den Start. CARSTEN fühlte sich schon bei seinen Tests nicht besonders gesund, das Auto schien auch nicht seinen Erwartungen zu entsprechen, so dass er frühzeitig die Segel strich und sich lieber ins Bett legte – also in sein eigenes, meine ich! :o)
So machte das „Hohe C“ seinem Avatar auf der Webseite alle Ehre: kaum ist er da…schon ist er auch schon wieder weg!
Aber auch 11 Starter waren deutlich mehr, als ich ursprünglich erwartete. Offensichtlich brennt das Feuer doch noch in mehr Fahrern, als ich vermute – gut so, ich will mich gerne auch wieder anstecken lassen, so wie an diesem Abend! :o)

Mit PETER hatten wir erneut nur einen einzigen Teilnehmer in der Basic-Klasse, womit ihm der Klassensieg schon sicher war. Im Grunde hätte sich CHRIZ noch zu ihm gesellen müssen, schon allein, um seinen Titel 2018 verteidigen zu wollen. Doch die Basic-Maschine war nicht vorbereitet und damit nicht einsatzfähig, womit er sich schon aus beruflichen Gründen markenkonform auf seinen Pro-Boliden in Form einen Mercedes Benz SLS konzentrieren musste.
Auch JÜRGEN war mit von der Partie – und zwar mit einem starken 997, der ihm sogar die Pole (für Marcowitsch „POOL“) – Position bescherte. Doch wer ihn kennt, weiß auch, dass diese Ausgangsposition bei ihm nicht zwingeng auch im Rennen zu einem Platz an der Sonne führt – dieses Mal war es, ihr ahnt es schon – NICHT anders! 😀

Stark hingegen war erneut BERNIE mit seinem 991, der allerdings an das giftige Tier des Dahlheimer Fraktionisten ALEX nicht ganz heranreichen sollte. Dahlheim setzte nämlich mit WERNER und ALEX auf die angeblich so überlegene Dodge Viper, doch im Grunde ist das nur die halbe Wahrheit. Klar, ist dieses Auto grundsätzlich schnell, jedoch gehören da zwei Parameter einbezogen. Diese sind Talent am Drücker und sauberer Aufbau eines gut funktionierenden Chassis! WERNER ist mit Sicherheit niemand, der sich über mangelndes Talent beklagen muss. Der Fahrzeugbau sieht da schon anders aus. Seine Schlange fuhr sich genauso giftig in den Kurven, wie es der Ruf des Reptils mitsich bringt. Demnach kann er mit dem Ergebnis auf Q6 ubd P7 nicht zufrieden sein, gerade weil sein Team-Mate ihm gezeigt hat, was  diesen Abend mit einer Viper möglich war – siegfähig zu sein.

Was will ich damit sagen? ein schnelles Auto oder ein schneller Pilot sind keine Garanten für ganz vorne. Beides muss stimmen und in dieser Region haben die meisten von uns noch Verbesserungsbedarf.
Dieses führt mich zu einer weiteren Feststellung: PETER fühlt sich aufgrund mangelnder Gegner seiner Fahrzeugklasse recht allein und einsam. Der logische Schritt wäre, ihn ebenfalls in der Pro-Klasse aufzunehmen, doch wie genau kann dieses erfolgen und welches Fahrzeug wäre geeignet? Klar, eine Viper ist ja offensichtlich das Maß der Dinge, also warum nicht?

Dieses hat mehrere Gründe:

1.) alle fahren Viper, das wird langweilig
2.) Ein Potenzial eines Autos liegt nicht allein in der Wahl des Modells
3.) Schnelligkeit bedeutet unter Berücksichtigung von 2.) nicht automatisch auch hohe Rundenweite

Der BMW M3 GTR auf Schöler Challanger GT2 Chassis ist das Siegerauto des ersten Deutschen Meisters Frank Hermes bei der GTSM (unsere Scaleauto Pro-Serie). Zu dieser Zeit gab es zwar noch keine Viper, jedoch durchaus auch einen 997, der der Dodge nicht viel nachsteht.
Aufgrund des langen Radstands fährt sich der M3 GTR sehr gutmütig und verzeiht Einsteigern Fehler, die unter dem Einsatz anderer Fabrikate mit einem Abflug quittiert werden. Es nutzt als der theoretische Vorteil eines Highperformers gar nichts, wenn Talent oder Geschick am Drücker noch ausbaufähig sind – das Gegenteil ist der Fall!

Das nur als kurzer Exkurs zum nachlesen für alle diejenigen, die es interessiert. Natürlich könnt ihr das auch völlig anders sehen. Ich berurteile das nur aus meiner Sichtweise, die ja bekannterweise IMMER RICHTIG sein MUSS! ;o)

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Weiter im Text: wo war unser Vorruheständler und angesagtes Brötchen diesen Abend? Natürlich da, wo er sich nicht gerne sieht – nämlich in der „Anstosstruppe“ mit PETER, CHRIZ und der „Kehrmaschine “ ALEX als Bahnputzer.
Mit einer knappen Zehntelsekunde hinter REINZ reichte es gerade nicht mehr für die mittlere Gruppe, somit war Nerven behalten angesagt. Durch viele Abflüge seiner Kontrahenten wurde recht oft Chaos ausgelöst, dieses drückt genauso auf die Rundenweite, wie das „Parken“ auf seiner Spur…ja, da hilft auch das Gesicht zur Bommel binden nix, das Brötchen schwimmt in Milch! :-/

PETER mit seinem einzigen BASIC-SC in dieser Gruppe konnte sich gegenüber seiner Bestweite nochmals um eine knappe Runde steigern auch seine persönliche Bestzeit unterbot er mit einer 6,228 um knapp 1/10. Es geht voran in kleinen Schritten – schön ist das!

Das Geburtstagskind CHRIZ (danke nochmals für den spendablen Getränkeabend) setzte am Ra-Do-Raceway erstmalig seinen SLS, ein. Die Rundenweite war daher natürlich bedeutend besser, als mit seinem bisherigen Basic-997, jedoch fehlen hier noch mindestens 20 Runden zum Anschluss an die Pro-Gruppe. Dieses führe ich auf den sehr zickig zu fahrenden BENZO zurück. Das Auto ist schnell, jedoch nur mit dem Messer zwischen den Zähnen zu fahren. Hier sind Erfahrung und Fingerspitzengefühl gefragt, um nicht zu oft in der Botanik zu parken. Die häufigen Abflüge bestätigen diese Tatsache, daher rate ich an dieser Stelle wieder, sich Gedanken über ein gutmütiger zu fahrendes Auto zu machen, wie oben aufgeführt.

Die mittlere Gruppe bestehend aus  STIWI, WERNER, MAXX und REINZ zeigte ein leicht gewöhnungsbedürftiges Bild: MAXX auf Q7 hat man noch nicht oft erlebt. Gründe hierfür liegen vielleicht in fehlender Performatizität seines Boliden, aber auch in mangelnder Bereitschaft, Risiko zu gehen. Der ansich zickige 991 fühlte sich eigentlich gar nicht schlecht an. Im Grunde war das Handling sehr gut, immerhin leistete sich MAXX  keinen einigen Fehler, wenn man mal vom Steckerverbuchseln absieht. :-/ Jedoch für die Spitze oder Podium einfach zu langsam. Somit konnte sich ein stark fahrender REINZ, der nur zwei Fehler machte ranpirschen, obwohl MAXX zu Beginn des letzten STINTs zwei Runden Vorsprung hatte.

WERNER konnte ebenfalls nicht das von ihm erwartete Tempo gehen. Mit einer Viper ist eigentlich mehr drin, doch der Grenzbereich war quasi kaum da, so dass Abfüge das Ergebnis einer zu ambitionierten Kurvenhatz waren…also Gas raus.
Ähnlich schlimm erging es STIWI, ebenfalls auf der DODGE seiner eigenen Zeit hinterher fahrend. Vieles Parken jenseits stromführender Teilbereiche der Bahn verhagelten ihm ein gutes Ergebnis oder wenigstens den Platz in seiner angestammten Mitte des Feldes. Mehr als P8 war nicht drin.

In der Topgruppe ging es ordentlich zur Sache. Eben noch verträumt, mit 5.3 – 5.4er Zeiten in der mittleren Gruppe unterwegs, musste der Rennleiter erst einmal die Sinne schärfen, um dem Geschehen folgen zu können. Niedrige 5.2er Zeiten und einige 5.1er Zeiten von ALEX und BERNIE waren kein Wunschdenken träumender Protagonisten, sondern Realität Dieses ließ vermuten, dass absolute Spurbestzeiten diesen Abend neu definiert werden könnten. Dem war allerdings dann doch nicht so. Störenfried bester Ergebnisse war natürlich wieder einmal – wer hätte es gedacht – der „DOOFE GLASER“ ;o)
Schon in der zweiten Runde hagelte es den 1. Abflug und kurz später noch einmal in der Engstelle. Gut so, dachte sich der Rennleiter, vielleicht hat das zur Folge, die Phalanx der 1. Gruppe noch passiv zu durchbrechen zu können, aber falsch gedacht. Dafür war der „Doofe Glaser“ einfach zu schnell. 🙂

BERNIE dürfte es jedoch weniger gerfreut haben, denn gleich zweimal wurde er von JÜRGEN unfreiwillig und unbeabsichtigt abgeräumt.
Damit war die Jagd nach P1 ab dem 3. Lauf im Grunde schon ein hoffnungsloses Unterfangen, denn ALEX auf der VIPER drückte nahezu perfekt und obenauf noch fehlerfrei, soweit ich es erinnere.

MARCOWITSCH hatte zwar weder Badekappe noch die falsche Badehose mit dabei – demnach war die „POOL-POSITION“ nicht ganz realisierbar, aber im Rennen zeigte er keine Nerven gepaart mit Schnelligkeit. Dieses Potpourri an Guten Zutaten bescherte ihm einen sehr ordentlichen 3. Platz mit wenig Abstand auf das ganz obere Treppchen. Super gemacht, MenschMarcowitsch…wenn Du und REINZ so weiter machen, muss ich mir Sorgen um meine Reputation machen! ;o)

Alles im allen ein spannender Abend, den ich gerne mit der Gruppe C in natürlich anderer Zieleinlaufreihenfolge wiederholen möchte. Ich hoffe, ihr seid wieder dabei, wenn es in knapp zwei Wochen heißt:

Gentlemen, eat your Bratwursts!

 

MAXX